Februar-Patchday: Microsoft schließt Zero-Day-Lücke in Internet Explorer

Sie erlaubt es, digitale Fingerabdrücke von Nutzern zu erstellen. Insgesamt bringt der Februar-Patchday 77 Fixes für zum Teil kritische Schwachstellen. Darunter ist ein Update für eine seit Januar bekannte Schwachstelle in Exchange Server.

Microsoft hat an seinem monatlichen Patch-Dienstag Updates für Windows, Officeund andere Produkte bereitgestellt, die insgesamt 77 Sicherheitsanfälligkeitenbeseitigen. Darunter ist auch eine Zero-Day-Lücke im Browser Internet Explorer. Die Schwachstelle mit der Kennung CVE-2019-0676 erlaubt es zu prüfen, ob bestimmte Dateien auf der Festplatte gespeichert sind.

Ob der Fehler von staatlich gesponserten Hackern oder von Cyberkriminellen ausgenutzt wird, teilte das Unternehmen nicht mit. In der Vergangenheit wurden ähnliche Fehler unter anderem von Entwickler von Exploit Kits benutzt, um digitale Fingerabdrücke von Nutzern zu erstellen.

Die weiteren Sicherheitslücken stecken in Microsofts zweiten Browser Edge, Windows, Office und Office Services inklusive Web Apps, ChakraCore, .NET Framework, und Exchange Server. Außerdem sind Visual Studio, Azure IoT SDK, Dynamics, Team Foundation und Visual Studio Code angreifbar.

Unter anderem lassen sich zwei Lücken im Server-Message-Block-Protokoll (SMB) benutzen, um Schadcode einzuschleusen und auszuführen. Sie sollen aber weniger schwerwiegend sein, als die für die Verbreitung von WannaCry und NotPetya eingesetzte Anfälligkeit, die die SMB-Authentifizierung aushebelte. Schlecht gesicherte SMB-Server sind aber möglicherweise trotzdem angreifbar.

Eine Remotecodeausführung lässt auch der DHCP-Server von Windows Server zu. Speziell gestallte DHCP-Pakete erlauben es einem Angreifer möglicherweise, die Kontrolle über einen Server zu übernehmen.

Ein weiterer Fix steht für die seit Ende Januar bekannte Lücke in Exchange Server zur Verfügung. Die PrivExchange genannte Anfälligkeit gibt Hackern Zugriff auf den Domänencontroller eines Windows-Netzwerks. Öffentlich bekannt waren aber auch Bugs in Team Foundation Server und Windows.

Trend Micros Zero Day Initiative macht zudem noch auf zwei Fehler in SharePoint aufmerksam, die ebenfalls als kritisch eingestuft sind. „Ein Angreifer könnte ein speziell entwickeltes SharePoint-Anwendungspaket hochladen, um seinen Code im Kontext des SharePoint-Anwendungspools und des SharePoint-Serverfarm-Kontos auszuführen“, teilte der Sicherheitsanbieter mit. Insgesamt liefert die Zero Day Initiative nach eigenen Angaben Details zu 21 Anfälligkeiten, die im Februar korrigiert wurden.

Alle Fixes verteilt Microsoft wie immer über die in Windows integrierte Update-Funktion. Windows 10 erhält sie zusammen mit dem jüngsten kumulativen Updates, die auch nicht sicherheitsrelevante Probleme lösen.

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