Windows 10 S: Alle Antworten auf die wichtigsten Fragen

Das Redmonder Unternehmen Microsoft hat am 2. Mai 2017 die neue  Windows-Version Windows 10 S vorgestellt . Dabei gibt es einige grundsätzliche Unterschiede, welche für viele potentielle Kunden auch schnell ersichtlich wurden. Dennoch gibt es viele weitere Detailfragen. Diese blieben zunächst weitestgehend unbeantwortet. Unser Kollege Martin Dr. WindowsGeuss hat sich mit Microsoft zusammengesetzt und ausführlich über Windows 10 S diskutiert. Dabei konnten viele wichtige Fragen zu einem sehr großen Teil geklärt werden.

Was hat es mit der Namensgebung auf sich?

Da Windows 10 S auf dem sogenannten Education Event präsentiert wurde, liegt die Schlussfolgerung nahe, dass es sich beim Buchstaben „S“ um eine Abkürzung für „School“ handelt. Auch wurde vom Windows-Chef Terry Myerson (eher spaßeshalber) die Äußerung getätigt, dass die Bezeichnung eine Kurzform für „Soul“ darstelle, es also „die Seele von Windows 10“ symbolisieren soll. Es gibt allerdings auch eine offizielle Erklärung für den Ausdruck: Das „S“ steht für „Security and Superior Performance“ und weist auf den Verzicht von klassischen x86-Programmen hin, womit das System vergleichsweise sehr stark geschützt wird, da nur von Microsoft freigegebene und geprüfte Programme installiert werden können. Zusätzlich wird der Rechner nicht durch langsame oder wenig effiziente Anwendungen ausgebremst, so dass mehr Performance zur Verfügung steht.

Worin bestehen die Unterschiede zu Windows 10 Home und Pro?

Im Gegensatz zu Windows 10 Home und Pro ist es mit Windows 10 S nicht möglich normale Desktop-Apps auf dem eigenen Rechner zu installieren oder auszuführen. Dem Anwender wird bei dem Versuch eine x86-Anwendung auszuführen ein entsprechender Hinweis angezeigt. Dafür gibt es drei verschiedene Pop-Ups: Zunächst wird überprüft, ob das Programm auch über den Store heruntergeladen werden kann. Ist dies der Fall, wird ein Link zum Store eingeblendet. Ansonsten werden ähnliche Apps gesucht, welche der gleichen Kategorie zugeordnet werden können, in der sich auch die ursprüngliche Anwendung  befindet. Sobald auch diese Suche nicht erfolgreich verläuft, wird ein allgemeiner Hinweis angezeigt. Zusätzlich bekommt der Nutzer in allen Fällen einen Link zum Umstieg auf Windows 10 Pro zu sehen.

Können Treiber trotzdem ganz normal installiert werden?

Möchte der Nutzer viel Zubehör verwenden, welches komplexe Treiber erfordert, wird dieser vermutlich mit Windows 10 S enttäuscht werden. Auch für die Installation von Treibern gibt es keine Ausnahme von der Regelung, dass sich keine x86-Programme starten lassen. Die einzige Möglichkeit  neue Hardware-Treiber beziehen zu können, liegt in der Installation der Software über Windows Update. Laut Microsoft neigen auch die Treiber vieler Hersteller dazu, das betroffene Computersystem stark zu verlangsamen.

Gibt es Windows 10 S separat zu kaufen?

Auch auf bestehenden Systemen könnte es für viele Anwender von Vorteil sein, die abgespeckte Variante Windows 10 S zu installieren, da der Rechner wesentlich besser gegen Bedrohungen von außen abgesichert werden kann. Trotzdem plant Microsoft derzeit keine Möglichkeit , die Version direkt zur Verfügung zu stellen. Das Betriebssystem soll ausschließlich den OEMs und über das Volumenlizenzprogramm bereitgestellt werden. Wie hoch die Gebühr ist, die von den Herstellern an Microsoft abgeführt werden muss, richtet sich auch hier nach dem Verkaufspreis des jeweiligen Geräts. Ein Upgrade von Windows 10 S auf Windows 10 Pro kostet in den USA 49 Dollar, ein Preis für Deutschland ist noch nicht festgelegt.

Kann man von Windows 10 Pro wieder zurück wechseln?

Obwohl ein Upgrade von Windows 10 S auf Windows 10 Pro durchgeführt werden kann, ist dieser Schritt umgekehrt nicht möglich: Hat der Nutzer  einmal auf die andere Version von Windows gewechselt, um beispielsweise x86-Programme ausführen zu können, kann Windows 10 S nicht mehr installiert werden. Eine Ausnahme stellen Recovery-Images dar, welche zuvor angefertigt wurden.

Die vorherige Bezeichnung Windows 10 Cloud ergibt Sinn

Bis zur offiziellen Vorstellung am 2. Mai 2017 war Windows 10 S unter dem Namen Windows 10 Cloud  bekannt. In den Monaten zuvor sind immer wieder Hinweise auf ein Windows mit dem Begriff „Cloud“ in der Bezeichnung aufgetaucht. Hierbei soll es sich tatsächlich um den Projektnamen gehandelt haben, unter welchem die Betriebssystem-Variante intern entwickelt wurde. Zudem lassen sich in Windows 10 S einige Cloud-Elemente finden: Meldet sich der Nutzer bei OneDrive an, werden auch Ordner wie Dokumente und Bilder mit dem Cloud-Dienst synchronisiert.